Übersicht 💡 Urteile zur Löschung negativer Google-Bewertungen

Als Fachanwalt fĂŒr IT-Recht ist es meine Aufgabe, Ihnen einen Überblick ĂŒber die wichtigsten Urteile zur Löschung von negativen Google-Bewertungen zu geben.

In diesem Blogbeitrag stelle ich Ihnen die relevantesten Entscheidungen vor und erklĂ€re Ihnen, was sie fĂŒr Sie bedeuten.

Übersicht Urteile zu Löschung von negativen Google-Bewertungen:

1. Meinungsfreiheit und Löschung von Boykottaufrufen

Beschluss OLG DĂŒsseldorf vom 11.03.2011, Az. I-15 W 14/11

In diesem Fall ging es um einen Boykottaufruf gegen ein Unternehmen, der als negative Google-Bewertung veröffentlicht wurde. Das OLG DĂŒsseldorf entschied, dass Boykottaufrufe grundsĂ€tzlich von der Meinungsfreiheit gedeckt sind und nicht ohne Weiteres gelöscht werden können.

Allerdings können bei einem konkreten SchĂ€digungsvorsatz oder einer SchmĂ€hkritik die Grenzen der Meinungsfreiheit ĂŒberschritten sein, sodass eine Löschung gerechtfertigt ist.

2. Unzutreffende Behauptung eines Produktmangels

Urteil OLG MĂŒnchen vom 28.10.2014, Az. 18 U 1022/14

In diesem Fall stritt ein Unternehmen gegen eine negative Bewertung, in der die bewertende Person einen angeblichen Produktmangel thematisiert hat.

Das OLG MĂŒnchen entschied, dass das Portal die Bewertung löschen muss, wenn die Behauptung des Produktmangels unzutreffend ist. Unternehmen können somit gegen falsche Tatsachenbehauptungen in Google-Bewertungen vorgehen.

3. Negativbewertung mit 1 Stern ohne BegrĂŒndung

LG LĂŒbeck, Urteil vom 13.06.2018, Az. 9 O 59/17

Ein weiteres interessantes Urteil stammt vom LG LĂŒbeck. In diesem Fall ging es um eine negative Google-Bewertung, die lediglich mit einem Stern versehen war, ohne dass eine BegrĂŒndung angegeben wurde.

Das Gericht entschied, dass eine solche Bewertung zu löschen ist, da sie keine nachprĂŒfbaren Tatsachen oder MeinungsĂ€ußerungen enthĂ€lt, die dem Bewerteten die Möglichkeit zur Reaktion geben.

4. Fehlende Kundenbeziehung als Grund fĂŒr Löschung

OLG Köln, Urteil vom 26.06.2019, Az. 15 U 91/19

Das OLG Köln befasste sich mit einem Fall, in dem der Bewertende keine nachweisbare Kundenbeziehung zum bewerteten Unternehmen hatte.

Das Gericht entschied, dass Google eine solche negative Bewertung löschen muss, da sie keinen Bezug zur geschĂ€ftlichen Leistung des Unternehmens hat und somit irrefĂŒhrend ist.

5. BGH stÀrkt Rechte der Betroffenen

BGH, Urteil vom 09.08.2022, Az. VI ZR 1244/20

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem richtungsweisenden Urteil die Rechte der von negativen Google-Bewertungen Betroffenen gestÀrkt.

Der BGH entschied, dass Bewertungsportale wie Google dazu verpflichtet sind, bei möglicherweise rechtswidrigen Bewertungen eine umfassende PrĂŒfung vorzunehmen. Das bedeutet, dass Google bei berechtigten LöschungsansprĂŒchen die betreffenden Bewertungen entfernen muss.

6. Neues Urteil des OLG Köln stÀrkt Rechte von Unternehmen

OLG Köln, Urteil vom 23.12.2022, Az. 6 U 83/22

In einem aktuellen Fall hat das OLG Köln die Rechte von Unternehmen weiter gestÀrkt. Hier ging es um eine schlechte Google-Bewertung mit 1 Stern ohne Kommentar.

Das Gericht entschied, dass Google eine solche Bewertung entfernen muss, da sie fĂŒr das Unternehmen nachteilig ist und keine nachprĂŒfbaren Tatsachen oder MeinungsĂ€ußerungen enthĂ€lt.

Fazit Übersicht Urteile zu Löschung von negativer Google-Bewertungen

Die vorgestellten Urteile zeigen, dass Unternehmen und betroffene Personen durchaus Möglichkeiten haben, gegen unzulÀssige negative Google-Bewertungen vorzugehen. Es ist jedoch wichtig, sich bewusst zu sein, dass nicht jede negative Bewertung automatisch gelöscht werden kann.

Es ist auch die Meinungsfreiheit der Bewertenden zu berĂŒcksichtigen. In jedem Einzelfall ist eine genaue PrĂŒfung der UmstĂ€nde erforderlich, um zu entscheiden, ob eine Löschung gerechtfertigt ist.

Sind Sie von negativen Google-Bewertungen betroffen und benötigen Hilfe bei der Durchsetzung Ihrer Rechte?

Als Fachanwalt fĂŒr IT-Recht stehe ich Ihnen gerne zur VerfĂŒgung. Suchen Sie Hilfe und Beratung bei einem Fachanwalt fĂŒr IT-Recht, um Ihre individuellen AnsprĂŒche zu prĂŒfen und gegebenenfalls durchzusetzen.

Rechtsanwalt Thomas Feil 25 Jahre Erfahrung

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